Zitate
 Glossar

GLOSSAR – ein komisches und kritisches Wörterbuch

„Die Welt im Rechteck“ – die Karikatur – hat ihre eigene Fachsprache und Ikonografie. Nachstehend einige – mehr oder minder ernst gemeinte – Definitionen und Hintergrundinformationen zum besseren Verständnis der visuellen satirischen Materie. Die Sammlung der Begriffe wird ständig erweitert, korrigiert und verändert. Zusammengestellt von Andreas Dunker.

ABCDEFGH| I| J| K| L| M| N| O| P| Q| R| S| T| U| V| W| X| Y| Z  


A

Al|li|te|ra|ti|on. Gleichheit des Anlauts bei betonten Silben bedeutungsschwerer Wörter, An[laut]reim bzw. Stabreim. (Verslehre)


B

Bild|sa|ti|re = visuelle Sa|ti|re. (Siehe oben)

…bla|sen.
1. „Ohne Worte“ ist bei vielen Cartoons „out“. Vielfach finden sich mit Text gefüllte „…blasen“ in den Zeichnungen. Es gibt „Sprech|bla|sen  (meist mit einer geschlossenen, glatten Linie als Outline), „Denkblasen" und "Traumblasen“.
2. „Luftblasen“ und „Seifenblasen“ zerplatzen schnell. Es sind Ideen, deren Verwirklichung illusorisch erscheint. Etwas, was sich in Luft auflöst – also irreal ist. – Der Werler Karikaturist Jürgen Tomicek hat beispielsweise in einer Zeichnung eine Frie|dens|tau|be im „Nahen Osten“ in Form von aneinander gereihten „Seifenblasen“ dargestellt. – Der Traum vom Frieden, der schnell zerplatzt …

Blö|de|lei. „Blödelei ist eine Karikatur der Satire.“ (Ulrich Erckenbrecht, geb. 1947, deutscher Schriftsteller und Aphoristiker)


C

Car|toon. Cartoon kommt von engl. cartoon oder ital. cartone = Pappe, Karton.
1. Im Deutschen ist Cartoon ein Fremdwort für Karikatur und wird vielfach als Synonym gebraucht.
2. Cartoon kann aber auch eine mehrere Szenen umfassende gezeichnete oder gemalte (satirische) Geschichte in Bildern sein.


D

Deut|scher Mi|chel = siehe „Mi|chel“.

Di|gi|ta|le Zei|chen|kunst. Stifttabletts und Interactive-Pen-Displays dienen als Grafiktableaus zusammen mit speziellen Stiften zur digitalen Eingabe direkt am Computer. Die druckempfindliche Stifttechnologie wird vor allem zum Freihandzeichnen und Kolorieren genutzt. Der Künstler schafft nur noch ein virtuelles bzw. digitales Original, welches ohne Qualitätsverlust digital kopiert und vervielfältigt werden kann. Ist die Ausgabe auf analogen Datenträgern wie Papier o. Ä. nun Original oder Reproduktion? Zumindest sind sie in der Regel „gerastert“. – Der Berliner Karikaturist Klaus Stuttmann gehört wohl zu den ersten Künstlern, die ihre schwarz-weißen Strichzeichnungen direkt am Computer fertigen. Sein Werler Kollege Jürgen Tomicek koloriert seine digitalisierten klassischen schwarzen Tuschfederzeichnungen seit einiger Zeit am Bildschirmarbeitsplatz.

Dop|pel|ter Mi|chel. „Ossi“ und „Wessi“ im Spiegel der Karikatur. Der deutsche Michel aus der BRD und aus der (ehemaligen) DDR. Zumeist als großer und kleiner Bruder dargestellt.


E

Eu|ro|pa.  Weibliche Gestalt als Symbolfigur für die Europäische Union (EU), vormals Europäische Gemeinschaft (EG). In der Karikatur zumeist zusammen mit dem „europäischen“ Stier dargestellt. – Seit dem 7. Jahrhundert vor Christus findet man die Darstellung der Europa häufig in künstlerischen Darstellungen. Sie gehen auf eine griechische Sage zurück, der zufolge die Schwester des Kadmos, ursprünglich wohl eine vorgriechische Erdgöttin, von Zeus in Stiergestalt entführt wurde. – Offizielles Symbol der Europäischen Union (EU) ist die dunkelblaue europäische Flagge mit einem Kreis aus zwölf goldenen Sternen, die für Einheit, Solidarität und Harmonie zwischen den europäischen Völkern stehen sollen.


F

Frie|dens|tau|be. [Nach Gen 8,11]: Taube als Symbol des Friedens. – In Karikaturen wird sie häufig im Vogelkäfig gehalten oder zum Abschuss freigegeben – wie eine Tontaube. Dadurch wird ihre Botschaft häufig ins Gegenteil verkehrt (Feindschaft und Krieg).


G

Gal|li|scher Hahn. Der „gallische Hahn“ ist das Wahr|zei|chen und nationale Tiersymbol der Franzosen. Von 1789 bis 1804 war er das Wappentier Frankreichs.


H

Hof|narr.  Hofnarren nannte man die Spaßmacher und Unterhalter an deutschen Fürstenhöfen – vor allem seit dem hohen Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert. Zur Rolle des Hofnarren gehörten als Requisiten teilweise Narrenkappe mit Eselsohren oder Hahnenkamm, Narrenzepter, Narrenschellen und Halskrause. Im Schutze der „Narrenfreiheit“ übten die Unterhalter zuweilen auch bissige Kritik an Herrschern und Staat, womit sie in einigen Fällen sogar Einfluss auf die Politik am Hofe nahmen. „Karikaturisten sind die Hofnarren unseres Medienzeitalters. Sie halten den Mächtigen den satirischen Spiegel vor – und sind doch häufig selbst abhängig von ihnen. (Andreas Dunker, geb. 1967, Journalist)


I

Iko|no|gra|fie (Abbildung, Darstellung). Beschreibung sowie Form- und Inhaltsdeutung von Bildwerken.

Il|lu|si|on.
1. Beschönigende, dem Wunschdenken entsprechende Selbsttäuschung über einen in Wirklichkeit weniger positiven Sachverhalt; Wunschvorstellung.
2. Falsche Deutung von tatsächlichen Sinneswahrnehmungen.
3. Täuschung durch die Wirkung des Kunstwerks, das Darstellung als Wirklichkeit erleben lässt. (Ästhetik)
(Quelle: http://www.xipolis.net)

Der Karikaturist und Schnellzeichner Andreas Otto sagt: „Illusion kann stärker sein als das Bild im Spiegel. Illusion ist auch, wenn der Karikierte glaubt, dass der Porträtkarikaturist dieselben Illusionen von ihm hat wie der Gezeichnete von sich selbst.“ Weiterführender Link: http://www.ottografie.de


K

Ka|ri|ka|tur. Zerr-/Spottbild. Synonyme sind: gezeichneter Kommentar, gezeichneter Leitartikel, gezeichnete Glosse.

Ka|ri|ka|tu|ren|papst. Als „deutscher Karikaturenpapst“ wird Professor Dr. Walther Keim von der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster bezeichnet. Der Publizist und Politikwissenschaftler war langjähriger Leiter der Pressedokumentation des Deutschen Bundestages. Er ist Herausgeber zahlreicher Karikaturen-Sammelbände zu den verschiedensten Themen. Außerdem veröffentlichte er viele Jahre jeweils eine Hitliste der meistkarikierten Köpfe.
Weiterführender Link: http://www.klinikumbraunschweig.de
(Zum Schmunzeln und Nachdenken: Kinder im Spiegel der Karikatur)

Ka|ri|ka|tu|rist. Karikaturenzeichner. Logisch – oder? Synonyme sind: zeichnender Journalist, malender Kabarettist, lachender Philosoph.

Ka|ri|ka|tu|ris|tin. Die weibliche Form von Karikaturist und die Ausnahme von der Regel. Denn die überwiegende Mehrheit der Karikaturisten ist männlich. Als Karikaturistinnen bekannt sind Friederike Groß, Barbara Henniger, Christiane Pfohlmann, Brigitte Schneider u. a.

ka|ri|kie|ren. Etwas übertrieben komisch darstellen. Kurzum: etwas mit dem Strich auf den Punkt bringen.

Kra|wat|te (Halsbinde). Der Karikaturist und Schnellzeichner Andreas Otto sagt: „Wenn die Kunst der Karikatur im Weglassen der positiven Merkmale läge, könnte ich so manches leere Blatt abliefern. – Aber manchmal verlangen gewisse Gestalten von mir, ihre negativen Merkmale wegzulassen. Die brauchen sich dann nicht zu wundern, wenn das Bild nur aus Krawatte besteht.“


L

Län|der|co|die|rung. Bei der Ländercodierung wird ein Land bzw. Staat durch einen bestimmten Typus, eine Nationalfigur, Symbole o. Ä. sinnbildlich dargestellt. Der Betrachter bringt das Bildelement in Einklang mit dem Land oder Staat. Häufig ist es aber auch die Porträtkarikatur des aktuellen Regierungsoberhauptes, die stellvertretend für einen Staat oder ein Land steht.

Lü|ge. Die Lüge ist eine bewusst falsche – auf Täuschung angelegte – Aussage. Der Karikatur dient diese häufig, um die eigentliche Wahrheit besser sichtbar zu machen und ans Tageslicht zu zerren.


M

„Ma|ri|an|ne“. Marianne ist in der heutigen Karikatur die nationale Symbolfigur für Frankreich. – Zum geschichtlichen Hintergrund heißt es in xipolis.net: „… nach dem Namen der republikanischen Geheimgesellschaft in Frankreich während der Restauration und des Bürgerkönigtums (1815-1848) … Personifikation der Französischen Republik“. Marianne steht später sinnbildlich für „Freiheitsheldin“. Sie wird meist mit der „Jakobinermütze“ dargestellt.

„Mi|chel“. Michel ist die Kurzfassung von Michael und wurde 1541 in der Verbindung „der teutsch Michel“ erstmals in den Sprichwort-Büchern des Dichters S. Franck, geboren 1499, literarisch verwendet.

Der deutsche Michel ist eine nationale Personifizierung. Ein Synonym für den Deutschen schlechthin; heute vor allem für den deutschen Bürger, der dem Staat ohnmächtig gegenübersteht und ständig von ihm zur Kasse gebeten wird oder seine Lasten tragen muss.

Der deutsche Michel spielt eine vergleichbare Rolle in der politischen Karikatur wie „John Bull“ für England, "Uncle Sam" (U.S.) für die Vereinigten Staaten von Amerika und – zum Teil – „Marianne“ für Frankreich.

Im Unterschied zu anderen Nationalsymbolen wird er allerdings international nie populär, da er vielfach in einem eklatanten Widerspruch zum Fremdbild der Deutschen steht. Denn Michel ist eigentlich der friedliebende, schlafmützige, naive Mensch; ein einfältiger Biedermann. Das Bild des Deutschen im Ausland hingegen ist – vor allem nach den zwei von Deutschland ausgehenden Weltkriegen – eher durch negative Stereotype gekennzeichnet – wie den „arbeitswütigen Fritz“ oder „deutsche Wehrmachtssoldaten mit Stechschritt“.

In einem Beitrag auf der Homepage des „Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“
(weiterführender Link: http://www.hdg.de/karikatur/view/karikaturen.html)
heißt es:

„Der deutsche Michel ist ein ungewöhnliches Wesen. Im 16. Jahrhundert ist er das Symbol des einfachen, ungebildeten Bauern. Im 17. Jahrhundert wird er als Mensch, der nur seine Muttersprache kennt, zum Symbol des Kampfes gegen das Fremde und die höfische Kultur, zur Personifizierung der bürgerlichen Tugenden und des deutschen Patriotismus. Der deutsche Michel steht im Vormärz für den apolitischen Philister und während der Revolution 1848 für das um seine Rechte kämpfende Volk sowie für die Einheit Deutschlands. Nach dem Scheitern der Revolution aber ist er Symbol für die Opfer reaktionärer Politik.

Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird Michel z. B. in der sozialdemokratischen Presse symbolisch als das von der Regierung geknechtete Volk gezeigt, das militaristische Politik und deutschen Imperialismus entschieden verurteilt. Derselbe Michel wandelt sich im August 1914 für die gleichen Sozialdemokraten zum Symbol der nationalen Einigkeit und des patriotischen Aufbegehrens. 1919 wird Michel in der Karikatur zum unschuldigen Opfer der Siegermächte stilisiert, die per Faustrecht den ungerechten Versailler Vertrag diktieren. Bald darauf nehmen ihn die Nationalsozialisten für sich in Anspruch, um ihn dann aus  ihrer politischen Propaganda zu verbannen.

Rasch nach dem Krieg lebt der deutsche Michel in den Zeichnungen der Karikaturisten wieder auf und begleitet die deutsche Geschichte bis heute – diese virtuelle  Ausstellung liefert einen eindrücklichen Beweis. Die Zeichnungen des Männchens mit der Zipfelmütze zeugen nicht nur von der Brauchbarkeit dieses Symbols, sondern auch von dem Bedürfnis nach eben dieser und keiner anderen nationalen Personifizierung: dem Bild des etwas tumben Männchens mit der Zipfelmütze.“

Der deutsche Michel ist heute „die Verkörperung des Durchschnittsdeutschen, des kleinen Mannes“ …

Siehe auch: Dop|pel|ter Mi|chel.

Weiterführende Literatur: Szarota, Tomasz: Der  deutsche Michel. Die Geschichte eines nationalen Symbols und Autostereotyps. Osnabrück, 1998.


O

Oh|ren. „Die Ohren haben sich noch nie über eine Karikatur beschwert, solange man ihnen nicht erzählt hat, was ich aus ihnen gemacht habe“, behauptet der Karikaturist und Schnellzeichner Andreas Otto. – Vor allem „Se|gel|oh|ren“, die saloppe Bezeichnung für abstehende Ohren, geben Zeichnern bei ihren Porträtkarikaturen immer wieder Aufwind zur physiognomischen Übertreibung. Man denke hierbei an Karikaturen von dem langjährigen Außenminister und Vize-Kanzler Hans-Dietrich Genscher (FDP) und dem englischen Prinzen Charles. (;-)


P

Phy|si|o|g|no|mie. Der menschliche Gesichtsausdruck; das äußere Erscheinungsbild, auch eines Tieres. – Karikaturisten überzeichnen, verzerren und entstellen vielfach die Physiognomie der von ihnen gezeichneten Köpfe. Der Illustrator  und Karikaturist Pit Hammann hat in diesem Zusammenhang mal von „zur Kenntlichkeit entstellten Prominenten“ gesprochen.
(Quelle: http://www.promikatur.de)

Weiterführender Link:
http://www.student.uni-oldenburg.de/carsten.pietsch/lit6.htm
(Die Entfesselung des Hasses: Antijüdische Stereotype in den Karikaturen und Hetzartikeln des „Stürmers“ – mit zahlreichen Literaturhinweisen)

Weiterführende Literatur: Erb, Rainer: Die Wahrnehmung der Physiognomie der Juden: Die Nase. In: Pleticha, Heinrich (Hrsg.): Das Bild der Juden in der Volks- und Jugendliteratur vom 18. Jahrhundert bis 1945. Würzburg, 1985. S. 107-126.

Po|li|ti|sche Iko|no|gra|fie. …
Weiterführender Link:
http://www.warburg-haus.hamburg.de/texte/forsch.html
(Forschungsstelle Politische Ikonographie)

Pro|fes|si|o|nel|le Pres|se|zeich|ner. Als professionelle Pressezeichner definiert Dr. Thomas Knieper in seinem Buch „Die politische Karikatur. Eine journalistische Darstellungsform und deren Produzenten“ diejenigen Zeichner, „die entweder täglich oder zumindest hin und wieder politische Karikaturen für (…) Medien erstellen“ und die „auch tatsächlich in Massenmedien veröffentlicht werden“.


S

Sa|ti|re. Eine Kunstgattung (Karikatur usw.), die durch Übertreibung, Ironie und teilweise beißenden Spott an Personen, Ereignissen usw. Kritik übt, sie der Lächerlichkeit preisgibt, Zustände anprangert und mit scharfem Witz geißelt.
(Quelle: http://www.xipolis.net)

Kurzum: „Humor im Stachelkleid“ (Dr. phil. Manfred Hinrich, geb. 1926, deutscher Philosoph, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller)

Schön|heit. „Die Schönheit ist wie eine Blum: heut' vor dem Busen, morgen vor dem Besen“ (Abraham a Sancta Clara). – „Jedes Merkmal lässt sich steigern. Allerdings einen Menschen zu karikieren, dessen typischstes Merkmal die reine Schönheit ist … stellen Sie sich mal meine Situation als Karikaturist vor!“ (Andreas Otto)

Sprech|bla|se. Sprechblasen sind eine meist bei Comic- oder Cartoonfiguren vom Mund her ausgehende Outline, die eine wörtliche Äußerung in Textform umschließt. – Sprechblasen sind in der Regel kreisförmig oder ellipsenartig und seltener rechteckig. Sie laufen spitz vom Mund der Figur weg zu dem eigentlichen „Sprachzentrum“ und sind damit als Äußerung einer bestimmten Figur zuzuordnen. – Im Gegensatz zur Ge|dan|ken|bla|se oder Traum|bla|se ist die Linienführung bei Sprechblasen meist glatt und geschlossen. Bei verbalen Attacken und Flüchen erhalten die Sprechblasen häufig eine blitzartige oder sternförmige Outline, um die Vibration in der Stimme des Sprechers zu verdeutlichen.


W

Wahr|heit. „Die Karikatur ist eine grobe Wahrheit.“ (George Meredith)

Wahr|zei|chen. Ein Wahrzeichen ist ein Erkennungszeichen, welches als Sinnbild für etwas steht. Es ist ein besonderes Kennzeichen eines Ortes oder einer Landschaft. – Der Kreml ist beispielsweise das Wahrzeichen Moskaus.

„Welt im Recht|eck“. Synonym für die Karikatur, die häufig durch einen rechteckigen schwarzen Rahmen eingegrenzt wird. Diese Randung ist vor allem im Layout der Zeitungen und Zeitschriften häufig üblich, findet sich teilweise aber auch schon auf den Originalen der Zeichner.

Weiterführender Link: http://www.oase.udk-berlin.de


Z

„Zunft der Zeich|ner“. Eine Alliteration als geflügelter Begriff für eine Vereinigung, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Denn einen berufsständischen Zusammenschluss der Zeichner (Karikaturisten) zur Wahrung gemeinsamer Interessen und gegenseitigen Unterstützung gibt es – zumindest in Deutschland – nicht. Die Pressezeichner sind vielmehr eine „Gruppe freiberuflicher Individualisten“, die häufig in starkem Wettbewerb miteinander stehen. Eine Ausbildung – wie sie mittelalterliche Zünfte regelten – gibt es auch nicht für Karikaturisten. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Berufen und sind vielfach Autodidakten.

© ad'medien GmbH, Wickede (Ruhr), 2006